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“Die Millennium Wölfe” verkauft sich schneller als 50 Shades of Grey

Die Werwolf-Romanze “Die Millennium Wölfe” erstreckt sich über 7 Bücher und wurde bereits über 125 Millionen Mal auf der Galatea App gelesen. Der App wurde bereits Beachtung von BBC, Forbes und The Guardian geschenkt, da Die Millennium Wölfe sich schneller als “Fifty Shades” verkauft.

 

Der Roman hat die Frauen seit seiner Veröffentlichung in den Wahnsinn getrieben und wird in diesem Jahr in aller Munde sein. Nicht nur der Roman selbst erfreut sich großer Beliebtheit, sondern er ist auch nur bei Galatea erhältlich.

Als der mysteriöse, unverpaarte Alpha ihres Rudels ein Gewinnspiel ankündigt, verliert sich die 19-jährige Sienna in Phantasien über die Chance, mit ihm zu speisen. Es wird gemunkelt, dass Aiden Norwood auf der Suche nach einer Gefährtin ist. Oder zumindest nach einer Partnerin für die kommende Paarungszeit. Als Sienna ihre Einladung erhält und der Alpha Anspruch auf sie erhebt, geht ihre Fantasie in Flammen auf. Denn Sienna ist fest entschlossen, ihren echten Partner zu finden. Und so sehr sie Aiden auch begehrt, sie ist sich sicher, dass er nicht der Richtige ist…

Scrolle weiter, um die ersten zwei Kapitel  von Die Millennium Wölfe” zu lesen oder lade die App herunter, um die gesamte Buchreihe zu lesen >>

Kapitel 1

Ich sah nur Hitze

Egal, wo ich mich hindrehte, sah ichzitternde Körper. 

Ich lief durch den Wald, rannte, außer Atem, wollte nur den Gespenstern entkommen, die mich verfolgten… Komm her zu uns, riefen sie…

Je tiefer ich in den Wald lief, desto dunkler und lebendiger wurde er.

Einige Bäume bewegten sich wie Liebende. Andere, mit verknöcherten Wurzeln und dürren Ästen, sahen aus wie Raubtiere. Die mir immer näher kamen. Mich verfolgten.

Etwas da draußen, im Dunkel, wollte mich. Etwas Nichtmenschliches.

Und jetzt stöhnten die Münder nicht mehr. Sie schrien.

Gleich würde die Dunkelheit mich verschlucken.

Ich fühlte, wie eine Wurzel sich um meine Fessel schlang. Ich stolperte und fiel in ein gähnendes Loch mitten im Wald. Aber das war kein Loch.

Es war ein Mund, dermich jeden Moment mit Haut und Haar verschlingen würde.

Ich wollte schreien. Aber meine Stimme versagte.

Ich fiel.

Weiter.

Tiefer.

Bis ich mit dem triebgesteuerten Wahnsinn eins war ... völlig verschlungen.

***


Ich kniff die Augen zusammen. Was hatte ich da gerade gezeichnet?

Ich saß am Fluss, meinen Skizzenblock in der Hand, und starrte auf meine Zeichnung. Sie kam mir vollkommen fremd vor.

Das konnte nur eines bedeuten: die Hitze kam.

Aber bevor ich der Hitze oder meiner Zeichnung weitere Aufmerksamkeit schenken konnte, wurde ich von Gekicher abgelenkt. Es kam von einer Gruppe Mädchen. Sie standen um ihn herum.

Aiden Norwood.

Ihn hatte ich noch nie hier gesehen. Hier am Flussufer, wo ich hinging, wenn ich meinen Kopf frei bekommen wollte. Nicht viele von uns kamen hierher. Warum? Keine Ahnung.

Vielleicht wegen der Ruhe hier, während man von uns immer erwartet, dass wir wild sind. Vielleicht aber auch wegen dem Wasser, was nicht zu dem Feuer passt, das in jedem von uns brennt.

Oder vielleicht habe ich auch immer nur gedacht, dass dieser Ort hier nur mir gehört. Ein geheimer Ort, wo ich nicht Teil des Rudels bin. Wo ich nur ich bin.

Sienna Mercer, 19 Jahre und selbsterklärte Künstlerin mit roten Haaren. Eine scheinbar ganz normale junge Frau.

Der Alpha schlenderte zum Wasser. Die kichernde Mädchenschar hinterher. Er beachtete sie nicht. Er sah aus, als wollte er allein sein. Das machte mich neugierig. Ich wollte ihn zeichnen.

Klar, ich wusste, dass es ein Risiko wäre, den Alpha zu zeichnen. Aber ich konnte einfach nicht widerstehen.

Schnell skizzierte ich seine Umrisse. Er stand da wie ein Baum, mit seinen 1,95 Meter und mit dem lässig ungekämmten, tiefschwarzen Haar und den goldgrünen Augen. Bei jeder Bewegung schien ihre Farbe zu wechseln.

Aiden war der Inbegriff eines Leckerbissens.

Ich hatte gerade angefangen, seine Augen zu zeichnen, als er sich umdrehte. Er hatte etwas gewittert.

Ich stoppte, mitten im Strich, wie versteinert. Wenn er mich jetzt sehen würde, wenn er entdecken würde, was ich da gerade zeichnete…

Aber zu meiner Erleichterung drehte er sich zurück zum Wasser, sein Blick verloren in irgendeiner dunklen Träumerei. Auch unter Menschen wirkte der Alpha einsam. Und genau so zeichnete ich ihn, einsam.

Ich hatte ihn schon oft aus der Entfernung gesehen. Aber noch nie war ich ihm so nah gewesen. Ich konnte seine Muskeln sehen, die sich unter dem Hemd abzeichneten. Sein leicht gekrümmtes Rückgrat, das immer bereit war für die Verwandlung. Ich stellte mir vor, wie er blitzschnell mutierte. Er stand gebeugt, die Augen unruhig und auf der Suche, wie ein wildes Tier, so als wäre es fast schon soweit.

Er war ein Mann. Aber vor allem ein Werwolf.

Sein atemberaubendes Aussehen erinnerte mich daran, dass die Hitze immer näher kam. Es war die Jahreszeit, in der jeder Werwolf, 16 und älter, verrückt wird vor Lust, die Jahreszeit, wo jeder – und ich meine wirklich jeder – nur an das eine denkt. 

Ein- oder zweimal im Jahr wurde jeder von uns, das gesamte Rudel, von diesem unglaublichen Hunger befallen, von diesem körperlichen Bedürfnis.

Die, die keinen festen Partner hatten, fanden einen, mit dem sie die Zeit verbringen konnten. Mit anderen Worten, im Rudel gab es niemanden, der älter war als 16 und noch Jungfrau.

Ich schaute wieder zu Aiden und fragte mich, ob die Gerüchte, die um ihn kursierten, wohl stimmten. Ob das der Grund war, warum er hier war, die Mädchen ignorierte, und am Wasserrand grübelte

Ich hatte gehört, dass es schon Monate her war, seitdem Aiden das letzte Mal eine Frau hatte, dass er sich von allen fernhielt. Warum? Eine heimliche Partnerin?

Nein, das tratschende Rudel hätte sie schon lange gerochen. Was dann? Was würde mit unserem geliebten Alpha passieren, wenn die Hitze uns alle überkam?

Das geht dich überhaupt nichts an, wies ich mich zurecht. Was ging es mich an, mit wemAiden zusammen war.Er war zehn Jahre älter und, wie die meisten Werwölfe, nur an Partnern seines Alters interessiert. Für Aiden Norwood, den Alpha des zweitgrößten Rudels in Nordamerika, existierte ich nicht. Die Zeit, als ich in der Schule für ihn geschwärmt hatte, war vorbei. Und das war auch besser so.

Meine beste Freundin Michelle hatte sich darauf versteift, mir einen Buddy zu finden. Sie hatte sich schon mit jemandem zusammengetan, so wie das die partnerlosen Wölfe vor der Hitze normalerweise tun.

Mit drei Freunden ihres Bruders wollte sie mich verkuppeln. Alle hielten mich für absolut brauchbar, um eine gute Zeit im Bett mit ihnen zu haben. Michelle konnte nicht verstehen, warum ich keinen von ihnen wollte.

„Manno.“ Ich konnte Michelles Stimme fast in meinem Kopf hören. „Warum bist du nur immer so mega anspruchsvoll, Süße?“

Die Wahrheit war – mein Geheimnis. Mit neunzehn Jahren war ich die einzige Wölfin in unserem Rudel, die noch Jungfrau war. Ich hatte schon drei Paarungszeiten mitgemacht. Aber egal wie verrückt ich wurdewar immer stark geblieben.

Ich weiß. Ziemlich un-wölfig von mir, dass ich mich um ”Gefühle“ und ”das erste Mal“ scherte. Aber mir war das eben wichtig. Nicht, dass ich prüde war. Sowas gab es in unseren Kreisen nicht. Aber anders als andere Mädchen war ich nicht zufrieden, bevor ich nicht den perfekten Partner gefunden hatte.

Ich würde ihn schon noch finden.

Ich sparte mir meine Jungfräulichkeit für ihn auf.

Wer auch immer er sein mochte.

Ich kritzelte weiter am Alpha herum. Als ich kurz hochsah, stellte ich mit Erstaunen und einem kleinen Schrecken fest, dass er nicht mehr da war.

„Nicht schlecht”, hörte ich eine leise Stimme neben mir. „Nur an den Augen musst du noch etwas nachbessern.“

Ich drehte mich zu der Stimme um. Und da stand er, den Blick auf meine Zeichnung geheftet, ganz nah neben mir…

Aiden.

Norwood.

Bevor ich meinen Schreck verarbeiten konnte, blickte er auf und unsere Augen trafen sich. Ich erstarrte, als mir bewusst wurde, dass ich direkten Augenkontakt mit ihm hatte.

Schnell schaute ich weg. Niemand, der bei klarem Verstand war, traute sich, einem Alpha in die Augen zu schauen.

Meine einzige Option war schnell wegzuschauen,, bevor es zu spät war. Ich hoffte, dass er meinen Blick nicht falsch verstanden hatte.

„Entschuldigung”, murmelte ich, um auf der sicheren Seite zu sein. „Du hast mich überrascht.“

„Tut mir leid”, sagte er. „Ich wollte dich nicht erschrecken.“

Diese Stimme. Auch die höflichsten Worte, die man sich nur vorstellen kann, hatten einen drohenden Unterton. 

„Alles cool”, sagte er. „Wirklich. Ich beiße nicht… meistens jedenfalls.“

Ich war jetzt ganz nah bei ihm. So nah, dass ich mit meinen Fingern ihn t hätte berühren können. Ich schaute zu ihm auf, riskierte einen Blick.

Sein brutales, kantiges Gesicht, das eigentlich gar nicht hübsch sein konnte, aber es war. Dichte Augenbrauen, die bestimmt borstig waren, wenn man sie berührte. Eine Vorahnung von seiner Werwolf-Natur.

Und die Nase, leicht schief – sicher mal gebrochen bei einer Schlägerei – aber das konnte seinem so attraktiven Aussehen keinen Abbruch tun.

Der Alpha kam noch einen Schritt näher, so als wollte er mich testen. Ich fühlte, wie sich jedes Haar an meinem Körper aufstellte vor Angst.

„Nächstes Mal, wenn du mich zeichnest”, meinte Aiden, „komm näher ran.“

„Ah… ja klar”, stotterte ich, wie ein Volltrottel.

Und dann, genauso plötzlich, wie er aufgetaucht war, drehte Aiden Norwood sich um und verschwand und ließ mich am Fluss zurück – allein. Ich holte Atem. Jeder Muskel meines Körpers entspannte sich.

Den Alpha außerhalb des Rudelhauses zu sehen, der Zentrale für alle Rudel-Angelegenheiten, war kein alltäglicher Anblick. Meistens sahen wir den Alpha nur bei Versammlungen oder Bällen. Immer war es irgendetwas Offizielles. Was hier heute passiert war, das war wirklich selten.

An den eifersüchtigen Blicken von Aidens Bewunderern, die ihm hierher gefolgt waren und knallhart von ihm ignoriert wurden, konnte ich mir schon sehr gut vorstellen, wie das Ganze außer Kontrolle geraten könnte.

Schon der kleinste, unverfänglichste Kontakt mit einer Frau, vor allem mit einem kleinen Herdentier wie mir, war Provokation genug, um die geilsten der Wölfinnen ausrasten zu lassen.

Sie würden die Wände des Rudelhauses einreißen, um an ihn ranzukommen.

Und wenn sowas passierte, dann wäre der Alpha auf jeden Fall genervt. Und ein genervter Alpha war gleichbedeutend mit einem dysfunktionalen Alpha, was dann wiederum bedeutete, dass die Dynamik im Rudel ernsthaft gestört wäre… Du verstehst, worauf ich hinaus will.

Das wollte niemand.

Um meinen Kopf frei zu bekommen, entschied ich, meine Zeichnung fertigzustellen, solange noch etwas Licht da war. Nur ich und der Fluss, ganz in Ruhe.

Aber alles, was ich sehen konnte, waren Aiden Norwoods Augen.

Und wie schrecklich falsch ich sie gezeichnet hatte. Der Alpha hatte recht, ich konnte das wirklich besser.

Wenn ich nur näher an ihn herankommen könnte… Aber wann würde ich überhaupt jemals wieder so nah an ihn herankommen?

Damals wusste ich noch nicht, was ich heute weiß. Dass die Hitze in ein paar Stunden anfangen würde.

Dass ich dann ein Biest werden würde. Und dass Aiden Norwood, der Alpha des Ostküsten-Rudels, eine besondere Rolle im Erwachen meinem Erwachen spielen würde…

Das war genug, um ein Mädchen zum Aufheulen zu bringen.

Kapitel 2

Du hast keine Ahnung, wann und wo die Hitze dich trifft. Im Auto? Halt lieber schnell an, bevor du einen Auffahrunfall mit fünfzig Autos verursachst.

Auf Arbeit? Meld dich schnell ab und renn so weit du kannst, oder du und dein Chef sind bald mehr als Kollegen.

Als ich mich zum Abendessen setzte, betete ich, dass es mich nicht treffen würde, wenn ich hier mit meiner Familie zusammen war – der denkbar schlechteste Ort, den ich mir vorstellen konnte.

Als ich half, den Tisch zu decken und Selene einen Teller mit hausgemachter Lasagne servierte, schaute ich zur Hintertür, für den Fall, dass ich spontan fliehen musste.

Ich setzte mich zu dem Essen. Meine Familie war bereits lebhaft ins Gespräch vertieft.

„Was ist los, Jeremy?“, fragte meine Mutter und nickte dem Freund meiner Schwester zu. „Du hast noch kaum was gesagt, seit du hier bist. Wie geht’s auf Arbeit?“

„Du musst das nicht beantworten, Berater“, sagte Selene und warf Mama einen amüsierten Blick zu.

Also, Jeremy lachte, „wenn du Klatsch über unsere Führung hören willst, Melissa, weißt du ja, da sind mir die Hände gebunden.“

„Nicht mal ein Nicken für Ja oder Nein?“

„Mom“, sagte Selene entgeistert. „Er ist der Chefanwalt des Rudels. Es ist seine Aufgabe, jedes Geheimnis für sich zu behalten.“

„Ach“ … Mama seufzte. „Ich brauche ja keine wichtigen Sache zu wissen. Nur ein kleines bisschen Tratsch. Ob es … stimmt es, dass unser Alpha und Jocelyn nicht mehr zusammen sind und sie jetzt mit seiner Nummer Zwei ausgeht, mit Josh?“

„Mom“, sagten Selene und ich gemeinsam.

Jeremy grinste. „Ich berufe mich auf die Schweigepflicht.“

„Ach, du bist ja langweilig. Ihr alle.“

Unsere liebe Mutter verhielt sich mehr wie ein Teenager als ihre beiden Töchter zusammen. Aber wir liebten sie dafür. Meistens jedenfalls.

„Du könntest mich ja nach meiner Arbeit fragen“, sagte Selene.

„Hab ich doch, oder nicht?“, fragte sie mit Lasagne im Mund. „Ich bin mir sicher, ich habs getan.“

Selene verdrehte die Augen. Mama hatte immer gewollt, dass Selene eine stabilere Karriere anstrebt. Mode, dachte meine Mutter, war kein Beruf. Es war ein Hobby.

„Was heute in ist, ist morgen out“, sagte sie. „Das trifft auf Kleidung und die gesamte Industrie zu, Selene! Denk an die Zukunft.“

Inzwischen hatte Selene es geschafft, die jahrelangen Ratschläge unserer Mutter zu widerlegen. Sie arbeitete für eine der besten Modedesign-Firmen der Stadt.

Selene schaffte es immer, Mamas Beleidigungen von sich abperlen zu lassen. In jeder Hinsicht war sie die hübschere, intelligentere und erfolgreichere Version meiner selbst.

Immer wenn ich das laut sagte, was ich oft tat, stieß Selene mich sanft an und sagte nur: „Du bist noch jung, Si. Lass dir Zeit.”

Aber wenn es um meinen Traum ging, um meine zukünftige Karriere als wichtigste Künstlerin der Welt, konnte ich nicht geduldig warten. Ich wollte meine eigene Galerie eröffnen.

Eines Tages, bald, versprach ich mir. Es war mir egal, was Mama sagte. Selene hatte bewiesen, dass sie nicht in allem Recht hatte.

„Ist schon gut, Mom”, sagte Selene und wechselte das Thema. „Klatsch ist sowieso interessanter. Apropos … “

Selenes Augen wanderten zu mir. Ich schüttelte den Kopf. Nicht.

„Weißt du schon, wer dein Partner für die Saison wird, Si?“

„Ooooh, ja“, sagte Mama und drehte sich zu mir um. „Was oder besser wer steht dieses Jahr für dich auf der Speisekarte?”

„Eine Wölfin enthüllt niemals ihre Geheimnisse“, sagte ich und tat schüchtern.

Für eine Sekunde schien es tatsächlich so, als würde meine Familie mich in Ruhe lassen. Ich hatte das Talent, Gespräche zu lenken, die Kontrolle zu übernehmen, die Aufmerksamkeit auf irgendjemanden außer mir zu lenken.

Obwohl ich die Jüngste war, hatte ich schon immer diese Begabung, mich durchzusetzen.

Aber meine Mutter ertappte mich.

„Jetzt macht sie das schon wieder“, sagte Mama kopfschüttelnd. „Unsere Kleine zwingt uns immer ihre Launen auf. Na komm schon, Si. Erzähl mal. Gibt es einen Mann?“

„Es gibt Leute, die möchten ihr Privatleben privat halten, Mama“, sagte ich. Sie zuckte die Achseln. „Es gibt nichts zu verbergen. Ich weiß, dass dein Vater sich schon auf die Paarungszeit dieses Jahr freut, nicht wahr, Liebling?”

„Ich zähle die Sekunden“, sagte unser Vater, hielt sein Weinglas hoch und lächelte schelmisch.

„Leute. BITTE. Das ist ekelhaft.“

Es war ekelhaft, klar. Aber das war nicht der Grund, warum es mich so störte. Meine Mutter war schon immer ein befreites Wesen gewesen. Nein, was mich störte, das war die Lüge.

Als ich sagte, meine Jungfräulichkeit sei mein Geheimnis, meinte ich das auch so. Nicht einmal meine Mutter wusste es.

Was seltsam war, weil wir immer offen miteinander umgegangen sind. Sie hatte mir nie die Wahrheit vorenthalten. Ich wusste, wie sie Papa kennengelernt hat, der ein Mensch war. Ich wusste, wie die beiden ihre einzige Tochter Selene bekommen haben. Und ich wusste auch, wie sie mich gefunden haben.

Sie waren nämlich nicht meine leiblichen Eltern. Jemand hat mich in einem verlassenen Wagen vor dem Krankenhaus entdeckt, in dem meine Mutter arbeitete. Das ist nicht wichtig, hatte Mama immer gesagt.

Ich wollte unbedingt das Thema wechseln, über irgendetwas anderes reden als die Paarungszeit, als es passierte.

Ich war wie vom Blitz getroffen. Eine langsam pulsierende Hitze entzündete sich in meinem Inneren und mein Körper fühlte sich an, als stünde er in Flammen.

Atmen wurde unmöglich, Schweiß bedeckte jeden Zentimeter meiner Haut, und bevor ich mich wehren konnte, itterte ich vor plötzlicher, unerträglicher Lust.

 

Ich keuchte, denn das Gefühl hörte einfach nicht auf. Als ich meine Augen wieder öffnete – ohne mich zu erinnern, dass ich sie je geschlossen hatte -, sah ich, dass alle anderen im Esszimmer die gleiche Reaktion hatten wie ich.

Nein, nein, nein.

Nicht hier.

Nicht mit der Familie.

Wie meine Schwester Jeremy anstarrte… Die Art, wie meine Mutter von ihrem Platz aufstand und sich zu meinem Vater beugte.

Ich konnte das nicht ertragen. Ich rannte aus dem Raum, so schnell ich konnte.

Küche.

Flur.

Vordertür.

Hinaus in die kühle Nacht. Auf den Knien brach ich zusammen.

Die Hitze kroch durch meinen Körper wie eine giftige Schlange. 

Mein Hals war wie zu und ich kämpfte, um zu atmen. Selbst in der windigen Nacht klebten meine Kleider an meiner Haut. 

Oh Gott. Die Hitze war noch nie so überwältigend gewesen. Sicher eine Ansammlung aller Frustrationen, die ich in den letzten drei Saisons unterdrückt hatte.

Mir hätte das klar sein müssen. Natürlich würde das passieren. Was hatte ich mir bloß gedacht? Blauäugig. Und jetzt musste ich den Preis dafür bezahlen.

Ich schaute zu unserem Haus, wo ich normalerweise Sicherheit und Geborgenheit fand. Aber jetzt nicht. Auf keinen Fall. Meine Eltern machten wahrscheinlich schon das Beste aus der Paarungszeit.

Sich Selene und Jeremy vorzustellen, war auch nicht besser. Obwohl die sich mehr wie Menschen verhielten als Wölfe – sie respektierten Grenzen, Privatsphäre und gesellschaftliche Normen. Sie würden es wahrscheinlich zurück in ihre Wohnung in der Innenstadt schaffen, bevor sie dem Drang nachgaben.

Ich blendete sie alle aus und rannte Richtung Wald. Vorbei an ahnungslosen Menschen, die sich um ihre eigenen Angelegenheiten kümmerten, und einigen Wölfen, die sich wie ich in der ersten Phase der Hitze befanden und versuchten, sich zu orientieren.

Einfacher für sie. Sie hatten in den vergangenen bereits viele Saisons durch. Nicht ich. Ich verlor fast den Verstand.

Am Eingang zum Wald zog ich mich aus. Es war mir egal, ob mich jemand sah. Ich musste mich verwandeln.

Genau hier.

Jetzt sofort.

Normalerweise hatte ich beim Verwandeln die volle Kontrolle, aber nicht, als die Hitze mich überkam. Nein, ich konnte nicht länger in dieser menschlichen Form bleiben.

Ich schloss die Augen und gab mich ganz dem Wohlgefühl der Verwandlung hin.

Normalerweise spürte ich die Veränderung: Die Gliedmaßen dehnten sich, die Muskeln spannten sich, der Körper wuchs, das rote Fell, das zu meinen menschlichen Haaren passte, spross aus meiner Haut, bis es mich ganz bedeckte.

Aber jetzt nicht. Jetzt fühlte ich nichts als die Hitze.

Ich atmete und meine Stimme war ein Knurren. Meine Finger waren jetzt kohlschwarze Krallen. Durch die Augen eines Wolfes war alles übertriebener. 

Vor allem jetzt. Als der Rausch gerade anfing.

Ganz zum Wolf mutiert raste ich tief in den Wald. Der kalte Wind wehte über mein Fell, der harte Boden war feucht unter meinen Pfoten und der Duft des Waldes füllte meine Nase.

Da war Geheul im Wald. Die Ungepaarten. Die, die einen Partner suchten.

Im Fieber der Hitze hatte ich die Auswirkungen ganz vergessen.

Zu Beginn der Saison in den Wald zu gehen, war, wie darum zu betteln, einen Partner zu finden.Diese Wälder waren wie eine angesagte Studentenbar. Trinken bis zum Abwinken und dann der Lust freien Lauf lassen.

Es würde keine Sekunde dauern, bevor ein Wolf meinen Geruch wittern würde und erkannte, dass ich keinen Partner hatte. Mehr als nur einer. Sie würden mich verfolgen, bis ich nachgab. Da war ich mir mehr als sicher.

Ein Spiel, eine Herausforderung. Wer kriegt die alleinstehende Wölfin?

ch würde nicht so leicht nachgeben. Die anderen Wölfe konnten so viel Spaß haben, wie sie wollten. Ich machte mir kein Urteil über sie. Aber ich würde warten.

Warten auf diesen Moment, auf diesen ganz speziellen Augenblick, wenn zwei Menschen sich in die Augen sehen, sich erkennen und wissen, dass sie füreinander geschaffen sind.

Ich konnte es kaum erwarten, dass mir das endlich passierte.

Aber hier draußen im Wald zu Beginn der Paarungszeit? Hier war es mehr als unwahrscheinlich, ganz ehrlich gesagt.

Schlagartig nahm ich die männlichen Wölfe wahr, ihre Bewegungen, ihren Geruch. Ich preschte davon. Mir war klar, dass sie mich in die Enge treiben würden.

Fünf von ihnen. Fünf hungrige männliche Wölfe.

Für eine Sekunde fragte ich mich, ob dies das Jahr sein würde. Würde ich jetzt schwach werden? Würde ich meine Jungfräulichkeit verlieren, genau hier, genau jetzt, mitten im Wald?

Als die Hitze mein Gehirn ausschaltete, wollte ich wirklich nicht mehr länger auf den Einen warten. Ich fragte mich, was das eigentlich alles sollte. Worauf wartete ich? Nun mal wirklich? Oder nicht?

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Rezensionen von
Lesern

Seit dem ich Galatea habe, lese ich viel mehr. Die App hat mein Leben verändert! ❤️
Shannan Kutzner, 9th April
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Die beste App für Bücherwürmer
Steffie009, 27th März
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Ich liebe es! ❤️😍
Michellew19, 25th März
App Store Rezension
Unglaublich spannend! Ich finde die App und die Geschichten richtig gut und sehr spannend geschrieben.
Kimberley Marie, 24th März
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